Saisonvorbereitung mit Microsoft Lists, Forms und Power BI tracken
So kannst du die Performance deines Teams in der Saisonvorbereitung einfach digital tracken.
Egal ob Fußball, Handball oder Basketball. In der Sommer- und Winter-Saisonvorbereitung setzen mittlerweile viele Vereine auf die Erhebung von Leistungspunkten ihrer Spieler/innen entlang des Trainingsprozesses. Das Ziel in allen Fällen: Eine stetige Verbesserung der Sportler/innen-Leistungen mit nahezu jeder Einheit. Im Microsoft Ökosystem gibt es mittlerweile alle Komponenten, die eine solche Erfassung und Analyse mit einfachen Bordmitteln ermöglicht, sodass es von Kreisliga bis Bundesliga Teams möglich sein sollte, ihre Leistungsdiagnostiken zu digitalisieren. Eine Anleitung
Microsoft Software Produkte zur Leistungsdiagnostik
Die folgenden Microsoft Software-Komponenten werden in diesem Beispiel zur Erfassung von Leistungsdaten in der Saisonverbereitung verwendet:
- Microsoft Lists – Das Mini-Datenbank-System speichert die Stamm-Daten zu Spielern und die Leistungsdaten für verschiedene Tests.
- Microsoft Forms – Das Survey Interface ermöglicht die strukturierte Erfassung von Leistungsdaten auf Computer, Tablet oder Smartphone
- Microsoft Sharepoint – Die Sharepoint Software agiert als „Klammer“ um Lists und Forms und ermöglicht die strukturierte, automatisierte Abfrage der Daten via Power BI oder Power Query (Excel auch möglich).
- Microsoft Power BI – Die Self-Service-BI-Software dient zur Abfrage der Performance-Daten und ermöglicht die automatisierte Aktualisierung der Analyse und Berechnung von Spieler/in-spezifischen Leistungsdaten.
Die Kosten für das Setup belaufen sich auf etwa 20€ pro Monat für einen Nutzer für die entsprechenden Lizenzen. Bei der Analyse in Excel oder Power BI Desktop ohne Webapp können die Kosten auf ca. 6€ pro Monat pro User (Trainer/in) reduziert werden.
#1 Spieler/innen-Stammdaten in Microsoft Lists
Um eine strukturierte Erfassung der Daten zu gewährleisten, sollte erst einmal eine stimmige Spieler/innen-Datenbank erstellt werden. Die Gefahr: Bei Freitext-Eingaben des getesteten Probanden kann es zu Abweichungen in der Schreibweise kommen. So beschreiben z.B. die Ausrücke No. 21, #21, Philipp Lahm, P. Lahm oder Philipp für einen Trainer/in möglicherweise alle den gleichen Spieler. Werden aber alle diese Bezeichnungen abwechselnd verwendet, führt dies zu Problemen in der späteren Analyse oder verursacht Merhaufwand bei der Datenbereinigung.
Die Datenbasis wird in Microsoft Lists erstellt. In diesem Beispiel heißt die Liste FC Agency Players. Im skizzierten Beispiel sind viele zusätzliche Spalten enthalten, die nicht zwangsläufig für die Diagnostik erforderlich sind, aber bei der späteren Clusterung hilfreich sein können (z.B. lohnt es häufig Torhüter/innen separat zu benchmarken).

Die wichtigsten Spalten sind jedoch:
- First Name (Text)
- Last Name (Text)
- Kit No (Number)
- Player Label (Text – Calculated Column)
Das Player Label wird dabei mit der Formel
="#" & [Kit No] & " " & [First Name] & " " & [Last Name]
berechnet, sodass am Ende z.B. #3 Paolo Maldini herauskommt.
Die Daten für die Spieler/innen müssen dabei einmal manuell eingegeben werden oder aus einer bestehenden Excel importiert werden.
#2 Microsoft Form zur Daten-Erhebung

Um im Laufe einer Trainingseinheit schnell auf verschiedenen Endgeräten Leistungsdaten zu erfassen, kann man problemlos ein Microsoft Form hernehmen.
Für dieses Beispiel gibt es folgende Basis-Eingaben:
- Spieler-Auswahl / ID
- Trainingstag / Datum
- Trainings Einheit ID – für den Fall, dass es mehr als eine Einheit pro Tag gibt oder eine Einheit nachgeholt wird.
- Auswahl der Diagnostik (hier: entweder Ausdauer, Liegestütze oder Geschwindigkeit)
Auf Basis der Auswahl der Diagnostik gibt es dann drei „Branches“ für die Eingabe der Performance. Je nach Auswahl gibt es den Prompt zu:
- Eingabe der Ausdauerleistung in Metern
- Eingabe der Liegestütze als Stückzahl
- Eingabe der Geschwíndigkeit in Minuten und Sekunden im Format mm:ss

Hinter den Kulissen – in der zugehörigen Microsoft List zum Form – gibt es noch eine kalkulierte Spalte, die wichtig ist: Eine Timestamp Spalte. Diese ist vom Typ Date/Time und setzt das heutige Datum inkl. Uhrzeit bei der Entstehung des Eintrags. Diese ist ggf. wichtig bei der Identifizierung von Duplikaten oder Korrekturen.

Das Herzstück des Formulars und der Link zum Schritt #1 ist die Lookup-Eingabe, die die Spalte Player Label als Auswahl-Grundlage darstellt.

#3 Analyse in Power BI
Theoretisch sind Analysten bei der Auswertung der Leistungsdaten kaum Grenzen gesetzt (außer die erfassten Datenpunkte). D.h. die Reports können nach individuellen Bedürfnissen des Coaching Staffs angepasst werden.
Wichtig ist es jedoch, den Microsoft Sharepoint-List Connector in Power BI zu erwähnen. Dieser ermöglicht die Online-Live-Verbindung zwischen den Eingaben aus #2 und des Analyse-Interfaces.

Steht die Verbindung einmal, kann jeder neue Eintrag direkt in die Berechnungen einbezogen werden. Es empfiehlt sich normalerweise zwei Sharepoint-Listen zu importieren:
- Die Liste mit den Einträgen zu den einzelnen Einheiten.
- Die Spielerliste aus Schritt #1, die zusätzliche Spieler-Infos wie Rückennummern, Positionen oder Geburtsdaten beinhaltet.
Die Auswertungsmöglichkeiten sind nur begrenzt von der Menge der erfassten Daten und den Assessments, die durchgeführt werden. Hier nur ein schematisches Beispiel:

Typische Auswertungen beinhalten:
- Top-Listen nach durchschnittlicher Performance (links abgebildet)
- Quadranten-Darstellung für Spielerinnen-Vergleiche (rechts abgebildet)
- Entwicklungskurven pro Spieler und Team für ein spezifisches Assessment
- Trainingsbeteiligungen
- Wachstumsvergleiche zwischen Beginn der Vorbereitung und Ende der Vorbereitung
- Altersgruppen-Cluster verschiedener Disziplinen
- Positionen (Abwehr, Mittelfeld, Offensive) Vergleiche von Ausdauer-Performance
